SCHNEE AUF DEN DÄCHERN
und auf kahlen Ästen ein stetiges Fallen
geräuschlos winzige Wassersterne
dicke kalte Kissen auf dem letzten Purpur der Fetten Henne
Schnee auf den Dächern
der Himmel tief
silbern blinken kippende Flügel
In Sturzwenden
verschwinden in der Bläue Luft im Schnabel
Schnee auf den Dächern
unter dem Himmel ein Rauschen
knirschende Schritte
nach Hause kommen den Schneemantel vor die Fenster gehängt
Licht sprühendes Dunkel in Winterwolken
mit nebligem Frostatem Eisblumenwörter verschenkt
ins Blaue gelacht
den Schneewein getrunken den Winter
Schnee auf den Dächern und öffnen die blinden Augen
die Seele will Schneeflügel
kleine Versatzstücke aus dem Schneekosmos loseisen
und ihr flattrige Flügel anschrauben
dann aber abschwirren
weiß still
Sabine Hönck, 2013
