Die schöne Müllerstochter – ein Interview

DIE SCHÖNE MÜLLERSTOCHTER
EIN INTERVIEW

Es war einmal eine schöne Müllerstochter, die lebte glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Wir haben sie gefragt:
– Wie haben Sie das gemacht? Und wann fingen Sie an mit dem Glück?
Drei Tage vor Schluss oder drei Jahre? Wog das den Rest auf?
Löschte jede Sekunde gelebt und gefreut ein Jahr des Schreckens?
Oder zählt am Ende schon ein Tag?
Glücklich gestorben ist besser als lange gelebt?
Zugegeben, das sind eine Menge Fragen an die Müllerstochter.

Als ich vom Spinnen schon ganz wunde Finger bekommen hatte und einen krummen Rücken, verkaufte mein Vater mich mit einer Lüge an den König.
Ich gestehe, ich konnte niemals Stroh zu Gold spinnen und habe das auch nicht behauptet.
Da durfte ich mal wieder ausbaden, dass mein Vater eine hohle Nuss war, der für seine Spielsucht Frau und Tochter verscherbelt hätte. Hat. Buchstäblich.
Glücklicherweise kam ein kleines, schlecht gelauntes Männchen in mein Verlies, schrie und sprang herum und rettete mich aus der Patsche. Nicht ganz uneigennützig, wie sich später heraus stellte, aber mehr darf ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten.

Wir danken herzlich für die erschöpfenden Antworten. Immer dieselben schrecklichen Geschichten. Nun, freuen wir uns auf die Fortsetzung, die noch in diesem Herbst, pünktlich zur Messe, erscheinen soll.

Sabine Hönck Märchen? Märchen! – (geplant)